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III. Symphonie


Vom Licht zur
Antwort im Menschsein


1. Satz

Heilendes Licht

 

Die Sieben

 

 

 

 

Heil
Gebet - Gesang
Alle Farben mit Weiß
Hoffen
Nicht-Nichts
Wer nimmt mich an, wie ich bin?
Gelassenheit
Sein im Anderen
Maß
Gottesliebe
Die Offenbarung des Menschensohnes

 


Die Mitte ist unverrückbar, doch wo sie zu finden ist, kann von den Seiten des Ichs allein nicht erkannt werden. Gehe ich nur von einer Seite aus, werde ich in die Irre geleitet, gehe ich alleine, fehlen mir die Kräfte für den Weg.

Du und Ich, Wir, suchen nach dem Empfinden, das uns aus der Mitte entgegenkommt, dem Handeln in Gelassenheit, das die Bewegung zur Mitte anstößt, dem Denken, das den Weg zur Mitte zeigt. Wir erfahren die Vielfarbigkeit des Daseins und ahnen, dass sich bereits im gebrochenen Licht unseres Daseins, ein strahlendes, wärmendes, heilendes Licht zeigen kann.

Menschen haben aus der gesuchten und gefundenen Mitte ihrer Dreiheit heraus, dieses Licht geoffenbart. Sie geben uns Maß. Durch sie ist Licht ins Dasein gekommen. In ihnen leuchtet das Licht. Von ihnen strahlt das Licht aus. Mit ihnen werden wir in das Licht hineingenommen, das die Nacht unseres Todes erhellt. Brennender, Erleuchteter, Licht vom Lichte, Lichtkünder. Gottessohn vor und nach der Zeit, Menschensohn in der Zeit, Offenbarer im Geist durch die Zeiten hindurch!

Wenn ein Du mich anspricht, mich annimmt wie ich zu sein vermag, wird es heller, ein heilendes Licht kommt mir entgegen. Ich und Du finden uns dann in einer Gestalt, die vom Licht aus der Mitte erhellt wird. Die Seiten des Ichs drehen sich um die Achse der Mitte. Außen als besinnungsloses, rasendes Drehen, Innen als Schweben in gedehnter Zeit, im Innersten als zeitlose Ruhe, die alle Unruhe hält.

Gottsucher sind wir aus unserem dreifachen Menschsein heraus geworden; aus dem Empfinden, dass wir nicht aus uns selbst geworden sind, aus dem Handeln im Dasein, das uns Freiheit schenkt und Verantwortung fordert, aus unserem Denken, das immer wieder in Grenzen festhalten will, was sich erst im Loslassen entfalten kann.

Die Dreiheit des Ichs zieht das Unsagbare unablässig zum Sagbaren herab, entfaltet damit Gott als Einheit, als Vielheit, als Vater, Sohn und Geist in unserer Welt. Das Kostbare wird im Gefäß des Sagbaren gesammelt. Ohne die Gefäße, die wir uns formen, zerfließt sein Inhalt, aber ohne es immer wieder auch neu zu füllen, vertrocknet das Kostbare bis auch das Gefäß erstarrt, zerspringt. Im Wechsel von Nachfüllen und reifen lassen, wird der Glaube lebendig bleiben. So wird jeder Augenblick zum Experiment eines immer neuen Scheiterns aber auch zur Hoffnung eines immer neuen Gelingens.

Wir suchen das Rettende im wahren Denken, im empfundenen Schönen, im Tun des Guten und können es nur finden im Zusammenklang der Seiten des Ichs, im Suchen des „Dazwischen“ der Seiten, im stetigen Wechsel von einer Seite zur anderen. Wir können die Zwischenräume für die Beziehungen, die im Geheimnis des Seins verborgen sind und doch unser Dasein umfangen, öffnen und nennen dies Beten. Damit versuchen wir immer wieder auf das Innerste im Innen, auf das Äußerste im Außen, auf das Schweigen und Lachen an den Grenzen des Seins zu hören.

 

 

 

 

 

Mit der Grafik „GOTTESSOHNMENSCHENSOHN“ habe ich versucht die Spannung zwischen dem Menschlichen und Göttlichen darzustellen. Von Oben - von der Transzentenz, der Einheit her - bröckelt der "Gottessohn" immer mehr ab und wandelt sich über „GOTTESSOHNMENSCH“  in „GOTTESSOHN-MEN“ um schließlich in „GOTT“  - „GO“ - „G“ in der Enge des Nichts - des Unbegreiflichen - des Geheimnisses, zu verschwinden und nur noch in der Leere des Dazwischen zu sein. Doch es füllt sich im Weltlichen bis zum Rand der Einheit wieder auf. Die Form des Stundenglases symbolisiert die verrinnende Zeit, in der dieses Geschehen verortet wird.

In der Musik von Olivier Messiaen ist für mich dieses geheimnisvolle Geschehen mit am sinnlichsten ausgedrückt. [1]

Und auch das ist ein Wort zur Menschwerdung. Es ist von Hugo von Hofmannsthal, der zu einigen Opern von Richard Strauss das Libretto verfasste:

„Kannst du einen Stern berühren, fragte man das Kind. Ja, sagte es, neigte sich und berührte die Erde.“



[1] Olivier Messiaen,  Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus, „Zwanzig Blicke auf das Jesuskind“, Klavierzyklus, eine der wichtigsten Kompositionen des 20. Jahrhunderts für Klavier und zugleich ein Höhepunkt von Messiaens Kompositionen (Komponiert 1944).

Thème de Dieu („Gottesthema“)

Thème de l’étoile et de la Croix („Thema des Sterns und des Kreuzes“)

Thème de l’amour mystique („Thema der mystischen Liebe“)

 

 

 

 

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