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Wenige Wochen vor seinem Tod stellt Pierre Teilhard de Chardin am Ende seiner letzten großen Arbeit (Das Christische) die erschütternde Frage:

„Wie kommt es denn, daß ich, wenn ich mich umschaue, noch ganz berauscht von dem, was mir erschienen ist, mich sozusagen einzig in meiner Art vorfinde, einzig darin, geschaut zu haben? ... Und wie vor allem kann es sein, daß ich mich, ‘herabgestiegen vom Berg’ und trotz des Glanzes, den ich in meinen Augen trage, so wenig besser wiederfinde, so wenig befriedet, so unfähig, in meinen Handlungen die wunderbare Einheit, in die ich mich eingetaucht fühle, zu vergegenwärtigen und daher auch anderen wirksam mitzuteilen? Der Christus Universalis? Das Göttliche Milieu? ... Wäre ich allem nach nicht bloß der Spielball einer inneren Täuschung? Ja, das frage ich mich oft.“


SPALTUNG

"Der Gegensatz zwischen Gott imd Abgott ist nicht symetrisch.
Es gibt ein Übergewicht des Guten, Ganzen, Rettenden.
Die abgöttische Kehrseite ist letzlich nicht von derselben Ganzheit
und gründenden Überzeugungskraft wie der rechte Gott,
sondern von verstörender Vervielfältigung."

Hermann Deuser . Die Zehn Gebote - S.43

 


II. Symphonie

2. Satz


Spaltung

 

 

 

Die Zahl Fünf
Dreieck mit geteiltem Kreis
Ich und Welt
Dissonanz - Harmonie
Gelb, Rot, Blau mit Schwarz getönt
Zweifeln
Warum ist Etwas?
Ruhelosigkeit
Angst vor dem Verlassensein
Richtig - Falsch -Gegensatz
Möglichkeiten
Freiheit

 

Wir erfahren in uns die Spaltung, den Verlust der Einheit, das Ja und das Nein. Es begegnet uns das immer Doppelgesichtige im Sein in allem was ist und was wir sind. Im Ich ist das ungefragte Ja zum Leben, das erste Einatmen. Jedes Ja wird aber immer erst wieder lebendig durch ein Nein, das Ausatmen. Der Ur-Zyklus wird auch in uns geschlossen. Doch jedes neue Ja gleicht nicht dem Vergangenen, denn es kennt das Nein, den Tod. Jedes Ja und Nein, das von einer der Seiten des Ichs ausgeht, wird von den Ja und Nein Entscheidungen der anderen Seiten mit bedingt. Erst im Erfahren dieser Zusammenhängekönnen wir uns als Einheit empfinden. Doch was wir als Ursache, was wir als Wirkung meinen zu kennen, ist immer abhängig von der Zufälligkeit des Beginns unseres Suchens. Wir suchen nach der Wahrheit, den wahren Zusammenhängen, der Gestalt, die alles mit aufnimmt; aber in unserer Verzweiflung, das Wahre zu verfehlen, finden wir oft nur Gründe, mit denen wir meinen unsere erlebte Vergangenheit und unsere erhoffte Zukunft im Jetzt rechtfertigen zu können. Zwar verlieren wir uns immer wieder beim Versuch uns zu finden, doch jedes Verlieren gibt schon den Anstoß zu neuem Finden, zum Finden einer veränderten Gestalt. Mit jedem Tun können die Seitendes Empfindens und Denkens beschädigt werden; aber auch in jedem Nicht-Tun kann Empfinden verloren gehen. Im Nicht-Empfinden kann Denken entschwinden, wie mit jedem Denken auch Tun versäumt werden kann. Im Leben ist der Tod stets gegenwärtig. Es ist die Frage nach seinem Sinn, seinem Wann, Warum, Wozu und Wohin, die uns drängt unserem Leben Gestalt zu geben. Tod und Leben, sind aufeinander bezogen im Ich. Wie ist zu fassen, was im Prozeß des Lebens und Sterbens uns Halt geben kann, wie zu fassen, was uns hoffen läßt, das jeder Tod immer wieder nur ein Vorletztes ist?  Wir sind in der Zeit des Ichs verloren in den Tod hinein, in der Zeit des Seins lebendig im Werden des Gestalt, aber erst im Sein ohne Zeit, Tod und Leben verlierend, werden wir erfüllt in das Unermessliche hinein. Leid und Freude ist im Atem dieser „Tod – bewussten“ Zeit.

 

 

 



 

 

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